Ellner

Die Traubenlese 2010 lässt viel Gutes erwarten

Der heute dominierende Brut-Stil hat sich in der Breite erst nach 1945 etabliert. Davor waren es Champagner mit einer Restsüße von 30, 50 oder 100 Gramm Restzucker die bevorzugten Sorten. Wer Champagner trinkt, fühlt sich „festlich“ – das hat eine Verhaltenstudie ergeben. Für Jeanne Antoinette Poison, besser bekannt als Marquise de Pompadur und ebenso kluge wie kultivierte Mätresse von Ludwig dem XV., gab es auch ohne solche wissenschaftliche Erkenntnisse kein zögern bei der Wahl des Getränks. Der einzige Wein, der ihrer Meinung nach die Frauen schöner macht und dies, auch wenn mehrere Gläser getrunken werden, ist der Champagner. Was die attraktive und mächtige geliebte und gehasste Madame um die Mitte des 18. Jahrhunderts rühmte, war zwar damals nur ein ziemlich grob schäumender Wein, aber die Mächtigen und Schönen der damaligen Zeit schätzten den Champagner wegen seines moussierenden Charakters. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die Bezeichnung „Diva unter den Weinen“ gilt allerdings nicht für die heute umjubelten „Billigmarken“. Sie sind eigentlich nur schäumende Karikaturen, derb, dünn, oft süßlich und säurig zugleich, was nicht wundert, sind sie doch aus billigen zweitklassigen Grundweinen hergestellt. Generell lässt sich guter von schlechtem Champagner bereits an der Art der Mousseux erkennen. Je feiner die Perlen tänzeln, umso besser. Ein wesentliches Kriterium ist das Bukett. Feiner Champagner riecht nicht, er duftet. Je nach Typ wird die Nase zart nuancierte Aromen nach Blüten, Aprikosen, Apfel, Lindenblüte, Erdbeere, Haselnuss, Mandel, Vanille oder Honig wahrnehmen. Auch Mineralien gehören zum Duftspektrum, ferner Töne die an ein getoastetes Weißbrot erinnern. Schlechter Champagner riecht streng, irgendwie chemisch oder auch nach Geranien, Molke, feuchtem Papier, Hefe oder schimmeligem Keller. Gute Qualität erkennt man an der Harmonie der Aromen, schlechte schmeckt disharmonisch, oft süß-säuerlich.

In der Praxis kommt es oft zu Missverständnissen: Irrtum Nummer eins: Champagner ist ausgereift, wenn er im Handelsregal steht! – Das gilt allenfalls für kleine Standart-Bruts ohne Jahrgang. Große Champagner gewinnen durch zusätzliche Lagerung im Privatkeller an Finesse. Irrtum Nummer zwei: Champagner passt am besten zur feinen Küche. Das Gegenteil stimmt. Die Kohlensäure sprudelt gnadenlos jede Saucensubtilität hinweg. Der ideale Partner für Champagner und Schaumweine sind Speisen mit starkem Aroma. Je nach Zusammensetzung der Cuvée ergibt sich der Stil des Champagner, leicht oder schwer. Rustikal oder elegant, zart oder opulent. Ansonsten gibt es keine Vorschriften zum Genuss von Champagner. Das Glas sollte Tulpenförmig sein, leicht bauchig und nicht streng zylindrisch, damit die Aromastoffe sich gut entfalten können. Die Trinktemperatur hängt von persönlichen Vorlieben ab.

Aus dem Hause "Ellner"

CHAMPAGNER ELLNER EXTRA BRUT

Region:
Champagne / Frankreich

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